M F M 
         Münchener Formelsammlung der Medizin

 

Suchen
Einführung
Uebersicht
Grundlagen
Theoretische Medizin
Klinische Medizin
Tabellen und Hilfsmittel
Universität München

Klinische Medizin


Diagnostik
  Anionenlücke
  Body-Mass-Index
  Gesamtkörperwasser
  Györgi-Quotient
  Körperoberfläche
  Kreatininclearance

Therapieplanung
  Na+-Substitution
  Wasserbedarf
  Wasserüberschuß

 

Diagnostik


Anionenlücke

LA: Anionenlücke; Ionenkonzentrationen jeweils in mmol/l.

Referenzwert: 10 - 20 mmol/l.


 

Body-Mass-Index

I: Body Mass Index; mk: Körpermasse (in kg); lk: Körperlänge (in m).

Referenzwerte: Frauen 19 - 24 kg/(m)2, Männer 20 - 25 kg/(m)2.


 

Gesamtkörperwasser:



Berechnung für Frauen:

GKW: Gesamtkörperwasser (in l); mK: Körpermasse (in kg); lK: Körperlänge (in cm).


Berechnung für Männer:

GKW: Gesamtkörperwasser (in l);tJ: Alter (in Jahren); mK: Körpermasse (in kg); lK: Körperlänge (in cm).


 

Györgi-Quotient

Grobmaß für die Abschätzung der neuromuskulären Erregbarkeit (erhöht bei Tetanieneigung).


 

Körperoberfläche:

A: Körperoberfläche (in m2); mK: Körpermasse (in kg); lK: Körperlänge (in cm).


 

Kreatinin-Clearance:

C: Clearance; U: Kreatinin-Konzentration im Urin; P: Kreatinin-Konzentration im Plasma; V: Urinvolumen.

Die Clearance hat die Maßeinheit ml/min. Daher muß das Ergebnis noch durch die Sammelzeit geteilt werden. Handelt es sich um 24-Stunden-Urin, wird also durch 1440 Minuten geteilt.

Diese Gleichung kann analog auch für andere Substanzen verwendet werden, z. B. Inulin.



Wegen des hyperbolischen Zusammenhanges zwischen Kreatinin-Clearance und -Plasmaspiegel reicht eine einfache Bestimmung des Kreatinins oft nicht aus, um die Filtrationsrate abzuschätzen: Ein "kreatininblinder" Bereich kann trotz deutlicher Reduktion der Clearance eine normale Nierenleistung vortäuschen. Die Breite dieses Bereiches hängt u. a. auch von der Stoffmenge des Kreatinins im Urin ab.

Sie können sich diesen Zusammenhang in einem Film veranschaulichen.(QuickTime erforderlich.)

 

Therapieplanung



Na+-Bedarf:

Delta[Na+]: Substitutionsbedarf (in mmol); [Na+]i: aktuelle Natriumkonzentration; mK: Körpermasse (in kg).

Bei klinischer Symptomatik das halbe Volumendefizit mit isotoner NaCl-Lösung ersetzen, die andere Häfte mit Vollelektrolytlösung.

Bei hochgradiger Hyponatriämie mit Kräpfen oder Koma:
NaCl-Konzentrat (5,85%, 1 ml = 1 mmol) im etwa 10fachen Volumen isotoner Elektrolytlösung (nicht unverdünnt!) infundieren. Unter ZVD-Kontrolle langsame Zufuhr (ca. 1 g/h = 16 mmol NaCl/h) bis zum Verschwinden der klinischen Symptomatik.


 

Wasserbedarf:

Delta[H2O]1: Wasserbedarf (in l); [Na+]i: aktuelle Natriumkonzentration (in mmol/l); mK: Körpermasse (in kg).

Cave: Zur Wehrung der Gefahr eines Hirnödems darf die Substitution nur langsam (mehrere Tage bei großem Defizit) erfolgen:

Bei [Na+] < 160 orale Flüssigkeitsgabe

Bei [Na+] > 160 mol/l Ausgleich mit elektrolythaltigen Lösungen (z. B. Nacl 0,45%) unter ZVD-Kontrolle. Zunächst keine elektrolytfreien Lösungen geben!


 

Wasserüberschuß:

Delta[H2O]2: Wasserüberschuß (in l); [Na+]i: aktuelle Natriumkonzentration (in mmol/l); mK: Körpermasse (in kg).


Copyright 1997-1998 Universität München
Letzte Änderung 06-XIII-1998
Verantwortlich:
Johannes W. Dietrich

Zugriffe: